Claudia
Märzendorfer

kollektive Collage / cadavre exquis

Claudia Märzendorfer setzt Skulptur in Bewegung und schafft Situationen, die dank ihrer Instabilität Momente der Überraschung in sich bergen. Neben Eisabgüssen, bestimmt ein weiteres Thema ihr Werk: Wie wir die Welt begreifen erkundet sie in dem sie Räume zeichnerisch und fotografisch abtastet, zerlegt, frisch und anders wieder zusammensetzt. Der für den Bildraum Bodensee konzipierten Arbeit kollektive Collage liegt eben dieses Prinzip zugrunde. Die titelgebende Wandarbeit besteht aus 200 s/w-Fotografien, die in mehreren Lagen großformatiger Poster in dichten Reihen neben- und übereinander die Wand füllen. Sie zeigen eine von der Künstlerin festgelegte Raumflucht durch das alte Postamtsgebäude, in dem sich der Bildraum Bodensee befindet. Blättert man durch die Bilder dieser ortsspezifischen Collage, ergeben sich immer wieder zufällige Zusammensetzungen und neue Ansichten.
Die BetrachterInnen werden somit aktiv in die Gestaltung miteinbezogen und daran erinnert, dass wir alle unsere Welt gestalten. Die Aufforderung die Wandstücke abzureissen und mitzunehmen versteht sich übrigens auch in einem übertragenen Sinn.