Claudia
Märzendorfer

Haus / house

Eisiger Haushalt   Das Haus ist der Ort an dem wir uns geborgen fühlen. Besonders wenn es als unser kindliches Ideogramm auftaucht, gelernt als knappes Zeichen mit minimalen Bestimmungen, vier Wände und ein Dach vorzugsweise weiß und rot, steht es für Zugehörigkeit und zeigt klar jene im Zuge des erweiterten Wohlstandes erfolgte Vereinzelung der kleinsten Einheit: Die Familie im Einfamilienhaus.

C. M. beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Haushalt, mit jener Arbeit, die privat und daher immer noch unbeachtet geleistet wird aber Zusammenleben erst möglich macht. In täglicher Routine erfüllt, schafft sie keine festen Tatbestände sondern ist aufgehoben im ständigen Vergehen des Erreichten. Sie muss immer wieder wiederholt werden und findet kein Ende.

Haushalt und Haus der unabschließbare Prozess und das Bild von Identität, der zementierte Begriff, stehen einander diametral gegenüber. Häuser, vor allem die in unserer Vorstellung, leben länger als wir- üblicherweise nicht jedoch wenn Energie notwendig ist, ihre Form zu erhalten. Jene Energie kontinuierlicher Sorge im Haus, der Haushalt, muss das Haus als materielle Struktur selbst erhalten, weil es sonst instabil wird und verschwindet. Wie Eis in der Sonne eben. Welche Temperatur haben überhaupt Ideen?