Claudia
Märzendorfer

von A nach B / from A to B

Die städtische Verkehrsliste als Ort des Vergnügens.

Der Witz als Form des Pointierten Sprachbildes, in der die der Wörter die der Bilder erzeugt. Er ist findig, spitzfindig.
Gebundenes wird in ihm gelöst und getrenntes zusammengeführt. Humor als unmittelbare und von Kulturen und schichten gleichermaßen vielfältig geprägte Ausdrucksform ist ein Spiegel gesellschaftlicher Akzeptanz. Wird doch der Geschmack eines Menschen nicht zuletzt auch durch seien Humor sichtbar und ist es nicht der Witz, der uns erst seinen Charakter zeigt. Durch einen schlechten Witz hat es sich schon mancher verscherzt. Das Projekt ist für die Stadt Graz konzipiert.

Der Ort: Autobusse und Straßenbahnen der städtischen Verkehrslinie.

Seit mehreren Jahren sind an den Einstiegsplattformen aller Autobusse und Straßenbahnen der Grazer Verkehrslinien
Laufschriftanzeigen (LED) installiert, die durch Vermittlung lokaler Werbebotschaften die Fahrt von A nach B verkürze.
Während  der Projektdauer werden diese durch Witze ersetzt, welche, ev. unter Zuhilfenahme eines Liniensoziogramms,
linienspezifisch ausgewählt und, sowohl auf Tageszeit als auch auf den augenblicklichen Standort des Verkehrsmittels abgestimmt,
geschalten ist. Das sich so von Station zu Station erweiternde Vergnügen soll sich in der Folge in die Büros, Ämter, Schulen und Wohnungen, Friedhöfe, Irrenhäuser, Krankenhäuser, Warteräume, etc, fortsetzen und ausdehnen. Also an jeden Ort an dem Fahrer und Schwarzfahrer die Neuigkeiten des Alltags tauschen. Das Konzept schrieb ich ursprünglich anlässlich der Aufnahmeprüfung auf der Akademie etwa 1995. Ich reichte es im Jahr 2003, als Graz Europakulturhauptstadt war, ein. Nach einer absage verschwand es in der Schublade.